Bedeutung des ADSS-Kabels
Volldielektrische, selbsttragende (ADSS) Kabel sind eine Art Glasfaserkabel, das sich durch seine einzigartige Fähigkeit auszeichnet, zwischen Strukturen selbsttragend verlegt zu werden, wodurch leitfähige Metallelemente überflüssig werden. Diese Kabel werden häufig von Energieversorgungsunternehmen eingesetzt und entlang bestehender Freileitungen verlegt, oft unter Verwendung derselben Träger wie die elektrischen Leiter.
ADSS-Kabel bieten eine kostengünstige Alternative zu OPGW- (Optical Ground Wire) und OPAC-Kabeln (Optical Phase Conductor). Sie sind auf hohe Belastbarkeit ausgelegt und ermöglichen Installationen mit Spannweiten von bis zu 1000 Metern zwischen den Masten. Ihr Design zielt auf geringes Gewicht und kleinen Durchmesser ab, um die Belastung der Mastkonstruktion durch Faktoren wie Kabelgewicht, Wind und Eis zu minimieren.
Die Konstruktion des Kabels gewährleistet eine minimale Belastung der internen Glasfasern und somit geringe optische Verluste über die gesamte Lebensdauer. Ein Schutzmantel schützt die Fasern vor Feuchtigkeit und die Polymerkomponenten des Kabels vor UV-Strahlung.
Arten von ADSS-Kabeln
ADSS-Kabel zeichnen sich dadurch aus, dass sie keine Metalldrähte verwenden. Sie nutzen optische Fasern, die entweder in losen Pufferrohren untergebracht oder bandartig angeordnet sind. Um die Belastung der Fasern zu minimieren, ist die Faserkonstruktion typischerweise mit einem größeren Überschuss an Spielraum versehen als die Kabellänge.
Bei Installationen mit größeren Spannweiten werden häufig Aramidfasergarne zur Verstärkung eingesetzt. Diese Garne sind beschichtet, um Wasseraufnahme zu verhindern. Um diese Verstärkungsschicht herum befindet sich ein Kern aus mehreren Pufferrohren, die jeweils mehrere Fasern enthalten und wiederum einen zentralen Kunststoffkern umschließen.
Eine äußere Hülle umschließt die gesamte Konstruktion und bietet Schutz vor eindringendem Wasser und Sonneneinstrahlung.
Die verschiedenen Arten von ADSS-Kabeln (All-Dielectric Self-Supporting) lassen sich hauptsächlich anhand ihrer Ummantelung unterscheiden, wobei die gängigsten Varianten ein- und zweimantelige Ausführungen sind. Hier ein kurzer Überblick über die einzelnen Typen:

ADSS-Kabel mit einfacher Ummantelung:
Konstruktion:
Dieser Typ verfügt über eine einzelne Außenschicht. Leichtgewicht: Er ist in der Regel leichter als Varianten mit doppelter Außenschicht.
Anwendungsbereiche:
Ideal für Umgebungen mit geringerem Risiko mechanischer Beschädigungen oder wenn das Kabelgewicht ein kritischer Faktor ist.
Kosteneffizient:
Im Allgemeinen kostengünstiger aufgrund des geringeren Materialverbrauchs.
Umweltbeständigkeit:
Bietet ausreichenden Schutz vor UV-Strahlung, Feuchtigkeit und leichten Abschürfungen.
Doppelmantel-ADSS-Kabel:
Konstruktion:
Ausgestattet mit zwei Mantelschichten, einer inneren und einer äußeren Hülle.
Verbesserter Schutz:
Bietet einen besseren mechanischen Schutz und eignet sich daher auch für raue Umgebungen.
Haltbarkeit:
Bessere Widerstandsfähigkeit gegen Abrieb, Nagetiere und andere Formen physischer Beschädigung.
Gewicht und Kosten:
Schwerer und in der Regel teurer als einmantelige Kabel aufgrund des zusätzlichen Materials.
Anwendungsbereiche:
Bevorzugt in Gebieten mit höherem Potenzial für mechanische Belastung, wie z. B. Regionen mit dichter Vegetation oder häufigen Unwettern.
Wofür werden ADSS-Kabel eingesetzt?
ADSS-Kabel (All-Dielectric Self-Supporting) finden in verschiedenen Bereichen breite Anwendung:
Freileitungsinstallationen mit kurzer Spannweite:
Ideal für Strommasten am Straßenrand aufgrund ihrer leichten, selbsttragenden Bauweise.
In der Nähe von Hochspannungsleitungen:
Aufgrund ihrer nichtmetallischen Beschaffenheit können sie sicher in der Nähe von Hochspannungsleitungen eingesetzt werden.
Telekommunikation:
Wird in Fernleitungsnetzen eingesetzt und ist in der Lage, Verbindungen von bis zu 100 km Länge ohne Repeater unter Verwendung von Singlemode-Fasern zu unterstützen.
Versorgungsnetze:
Wird von Energieversorgungsunternehmen für eine zuverlässige Kommunikation innerhalb des Stromnetzes verwendet.
Ländliche Vernetzung:
Nützlich zur Bereitstellung von Breitbandinternet in ländlichen oder schwer zugänglichen Gebieten.
Militärische Nutzung: Ursprünglich für militärische Anwendungen entwickelt, werden sie immer noch für den schnellen Einsatz in der Feldkommunikation verwendet.
Wie wählt man das richtige ADSS-Kabel aus?
Bei der Auswahl des richtigen ADSS-Kabels (All-Dielectric Self-Supporting) müssen mehrere Schlüsselfaktoren berücksichtigt werden, um sicherzustellen, dass es den spezifischen Anforderungen Ihres Projekts entspricht. Hier finden Sie einen Leitfaden, der Ihnen bei der richtigen Wahl hilft:
Spannweite:
Die Wahl erfolgt anhand des Abstands zwischen den Stützkonstruktionen; kurze Spannweiten wie 80 m, längere Spannweiten bis zu 1000 m.
Fasergehalt:
Entscheiden Sie sich für die Anzahl der Fasern (6, 12, 24, 48, 96, 144), die Sie für Ihre Datenübertragungsanforderungen benötigen.
Fasertyp:
Am häufigsten wird G.652.D Umgebungsbedingungen: Faktoren wie Wind, Eis und UV-Strahlung müssen berücksichtigt werden, um die Notwendigkeit einer Schutzummantelung zu bestimmen.
Nähe zu Stromleitungen:
Stellen Sie sicher, dass die elektrischen Eigenschaften des Kabels für die Installation in der Nähe von Stromleitungen unbedenklich sind.
Mechanische Belastungen:
Beurteilen Sie die Zugfestigkeit und das Gewicht des Kabels im Hinblick auf die Beständigkeit gegenüber Installations- und Umweltbelastungen.
Kabeldurchmesser und Gewicht:
Die Festigkeit muss unter Berücksichtigung der Einschränkungen von Installations- und Tragkonstruktionen in Einklang gebracht werden.